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"..und da stand der Bordstein auf und schlug mir in die Fresse."


Überall.

Z w i s c h e n d r i n.

Unerwartet rau treibt der Wind mir die Haare ins Gesicht. Meine Füße scheinen den Boden kaum zu berühren. Kurz bleibt mir die Luft weg, nur um dann mit voller Kraft in meine Lungen gepresst zu werden. Ich komme so plötzlich an meinem Ziel an, das ich einige Minuten brauche um zu begreifen wo genau ich bin. Irritiert murmle ich ein 'Guten Morgen' und höre die verhallenden Reaktionen. Ich bin mir sicher schon einige Stunden wach zu sein, wieso also diese plötzliche Traum-Sequenz? Es war keine, es war Realität- oder? Unsicher graben meine Hände in den Jackentaschen und die Linke zieht das Handy hervor. Die Uhrzeit versichert mir das ich nicht schlafe, das ich es schon lange nicht mehr tue.
Ich stolpere vorwärts, mit der grauen Masse zum Unterricht. Meine Laune verschlechtert sich stetig ohne erkennbaren Grund. Neunzig Minuten ziehen wie trübes Wasser an mir vorbei und verschlagen mir die Sprache. Wieder stockt der Atem, der Sauerstoff verpasst den Eingang zur Luftröhre. Es kratzt und keucht in mir. Ich taumle hinaus.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht.
Die Organe in meinem Inneren reiben sich unsanft aneinander, während ich mit zitterndem Griff die Zigarette zum Mund führe.  Ganz sicher. Ich höre mich reden, ich sehe den Rauch der sich aus meinem Mund heraus in die kalte Umgebung verteilt.
Ich erzähle weiter. Bin mir nicht sicher, was ich rede. Mein Blick wird aufgefordert sich umzusehen, Verwirrung, nach was er sucht, dann ein Innehalten.
Ich höre gedämpft wie ich verzweifelt mehrmals dasselbe Wort wiederhole, wende mich wieder meinem Gesprächspartner zu. Habe den Faden verloren, ohne ihn jemals in der Hand gehalten zu haben.
Ohne Konzept, mein Kopf wiederholt die Bilder. Wiederholt sie weiter. Ich suche nach einem neuen Faden. Ich bitte meinen Gesprächspartner höflich mir wieder ein zuhelfen, mich irgendwie zurück zu holen.
' Er wird nicht mal gemerkt haben, das überhaupt jemand auf der Bank saß an der er vorbei lief.'
Ich entsinne mich des vorher geführten Gespräches, ruhe kehrt wieder ein.
Die Mob setzt sich abermals in Bewegung, ich rudere mit.
Ein Teil von mir schluckt den trockenen Alltag, Stück für Stück.
Ein anderer verliert sich immer weiter, vergisst wo er lebt.
Ich kann ihn nicht aufhalten, nicht festhalten. Er gibt mir das Gefühl nie angekommen zu sein.
Als es dunkel wird, spüre ich das ich einen weiteren Tag verpasst habe. Ein tiefen Wimmern erfüllt mich, es dröhnt.
Erst auf dem weichen, zerwühlten Laken finden die beiden Hälften in mir zueinander, sprechen die selbe Sprache, können sich verstehen.
Ich ziehe die Decke höher und kneife die Augen fest zusammen.

Ohne zu wissen wer ich bin.
 
 
Zwischendrin.

Zwischen weißen Oleandersträuchern

Keuchen, Heulen, Flehen.
Zarte Wunden, raue Blätter.
Kratzende Erinnerungen
Zahme Gedanken.
Kalter Schmerz vergeh.
Zeitlose Stunden
Kein Gefühl erwägen
Zwischen weißen Oleandersträuchern
Kranke Angst kotzen sehen. 

1.11.11 21:20
 


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