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"..und da stand der Bordstein auf und schlug mir in die Fresse."


Überall.

Teil II

Wie es sein kann.


Fortsetzung.
 
 
 


Der Himmel zeigte sich gnädig und weiße, wenn auch dünne Flocken, suchten sich gemächlich den Weg zur Erde. Langsam färbten sie die grauen Asphaltwege in helle Pfade, sie dämpften den grollenden Lärm und ließen stattdessen zarte Klänge in die Köpfe der Menschen schweben. Es war, wie es sein sollte, wie man es sich wünscht.

Die Leute saßen hinter den Fenstern, so nah am geschmückten Baum, das sie ihn fast nicht mehr erkannten. Überall glitzerte und funkelte es und überall lag etwas in der Luft, das als erstes die Kinder und kurz danach die Erwachsenen, als Weihnacht erkannten.

Es war der heilige Abend. Längst war Ruhe eingekehrt.

Geschenkpapier lang zerrissen auf den Böden, Geschenke gestapelt und verspielt, bewundert und bedacht. Freude glänzte in müden Augen und mancher breitete die Arme aus, um Einlass zu gewähren.


In mitten der warmen Stille, lehnte die Liebe an einem Türrahmen und blickte bedacht auf das schlafende Paar.

In inniger Umarmung waren sie eingenickt, umringt von Lichterglanz in Sternenstunden.

Die Liebe wischte sich fahrig über das Gesicht. Es hatten sich wohl ein paar Staubkörner in ihren Augen verlaufen und sie musste die Tränen beiseite schieben, um wieder klare Sicht zu erlangen.


In ihren Gedanken verloren, bemerkte sie nicht wie eine Gestalt hinter ihr erschien. Eine schwere Hand legte sich auf ihre Schulter und wäre die Berührung ihr nicht so vertraut gewesen, wäre sie wohl zusammen gezuckt.

Sie ließ sich Zeit den Kopf zu drehen, ganz vorsichtig, ganz sachte, wie ein scheues Reh blickte sie in die grauen Augen des Friedens.

Stumm standen sie da, gar unfähig ein Wort zu sagen und während sie beide noch überlegten, wie man das simpelste aussprach, erklang ganz nah die Stimme einer dritten Person.

„Ihr beiden hier?“

Die Hoffnung war bedächtig an sie herangetreten, ihre Stimme klang brüchig als wäre sie zu oft bewegt worden. Wieder fehlten die Worte und wurden durch leichtes Nicken überspielt.

Allen drein war die Torheit bewusst, die sie an den Tag gelegt hatten.

„Ich glaube...“ der Friede räusperte sich während er nach einer Formulierung rang

„Ich glaube, ich muss mich bei euch entschuldigen.“

Sein Ton klang träge und gedehnt, nach etwas, was längst überfällig war.

Die Hoffnung schritt um die beiden herum und blickte sie, den Kopf etwas eingezogen, an

„Nicht nur du lieber Friede, auch mir tut es furchtbar leid.“

Zaghaft nickte die Liebe

„Mir auch... von ganzem Herzen.“ Ihre Stimme überschwemmte den Raum und durchzog ihn mit Reue.

An die Wand, dicht neben der Liebe, lehnte sich die Hoffnung an und betrachtete das selig schlummernde Paar.

„Schön, wie sie so daliegen, nicht?“ sie schniefte etwas, während sie sich das Bild weiter besah.,. Die Liebe nickte nun heftig und war fast wieder zu Tränen gerührt.

„Ich kann mich sehen und fühlen wenn ich sie so sehe!

Und ihr seid auch in ihnen, fest verankert.“

Der Friede legte die andere Hand auf die Schulter der Hoffnung.

„Ja..“ sprach er in seinem tiefen Bass

„Wir alle sind in ihnen, wir sind die Wurzeln. Wir tragen die Menschen und sie tragen uns.“ Die Hoffnung blickte verwundert und traurig zugleich

„Aber wieso haben wir das dann vergessen?

Wieso haben wir es nicht gesehen?

Wo es doch so deutlich ist!“

Ein Lächeln spielte um die Lippen des Friedens


„Ich glaube, wir waren zu festgefahren, wir haben den Fehler begangen, den jeder einmal begeht. Das Schlechte scheint so groß und schmerzt uns viel zu sehr, das wir das Gute ganz außer Acht gelassen haben.

Wir urteilen voreiligen über die Menschen, nur um jetzt zu begreifen, das sie es sind, die uns vereinen.“ er schloss einen kurzen Moment lang die Augen und lauschte dann der Stimme der Liebe „Sie brauchen uns gar nicht vereinen, es geschieht von selbst. Was wir nicht fühlten, war die ganze Zeit so präsent das es uns nicht auffiel.

Ohne die Hoffnung kann keine Liebe entstehen,

mit dem Frieden erblüht die Hoffnung ganz

und mit der Liebe, schwillt der Friede im Herzen in ein unendliches Maß.“


So standen die drei noch lange und lauschten den schlagenden Herzen.

So standen sie lange dicht bei einander, weil sie eins waren mit sich.

Und die Welt war eins mit ihnen.



 
 
26.12.11 15:15
 


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