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"..und da stand der Bordstein auf und schlug mir in die Fresse."


Überall.

Neben dir.

Ich schlafe nicht. Ich schlafe nicht, weil ich wach bin. Meine Augen blicken an die Decke, malen Figuren in das Weiß. In das Grau. In das graue Mondlicht, in die grauen Laternen, in die graue Nacht. Gedämpft höre ich die vorbeifahrenden Autos. Bilde mir das weit entfernte Rauschen der U-Bahn ein. Es gehört zu dem Grau. Graue Melodien, sie klingen nicht anders wenn es hell ist.
Ich kneife die Augen zusammen, schaue wieder hoch, doch keine Farbflecken unterbrechen die Monotonie. Ich beginne dich zu malen. Dich. Dich. Dich. Jedes dich, was es einmal gegeben hat. All eure Augen, eure scheuen Blicke, euer Lachen, eure Tränen, all die Liebe und all den Schmerz. Ich male ihn auf. Die Decke ist voll von euch. Von euren Worten, euren Gedanken, euren Gefühlen. Ich schraffiere, bessere aus und radiere. Ihr seid alle da, ich kann euch alle sehen. Ich sehe wie ihr schreit. Wie ihr fleht. Ich sehe wie ihr mich hasst, wie ihr mich verachtet, wie ihr mich liebt. Stimmengewirr schwappt durch den Raum, durchflutet ihn mit unangebrachten Emotionen. Ich kann euch spüren, wie ihr alle in euren Betten liegt. Ich kann das Vergessen greifen, wenn ihr euch an eure Partner schmiegt. Ich habe euch nicht vergessen. Ich kann euch alle sehen. Ihr seid zu viele. Zu viele in meinem Kopf. Ihr seid ein Teil dessen, der mich nicht schlafen lässt. Meine Entschuldigungen hallen nach, meine Versuche zu erklären, mein Schweigen dröhnt in euren Herzen. Mein Herz ist leer. Ihr seid alle dort draußen. Ich kann Erinnerungen malen, die guten wie die schlechten. Ich kann jeden von euch aufleben lassen, in meinen Gedanken, in mir.
Doch niemand malt mich. Ihr ward alle nicht leicht, ihr ward alle anders. Doch keiner von euch, war so schwer wie ich. So schwer in euren Armen. Wie ihr versucht habt, mich durch die Wüste zu tragen. Wie ihr versucht habt, mich abzuschütteln. Wie ihr einen Stein, aus einem Ozean holen wolltet. Einen einzigen Stern, aus einer tiefschwarzen Nacht. So schwer war ich. So schwer, das ihr zusammengebrochen seid. Unter meiner Last, die ich nicht alleine tragen wollte. Ein Kartenhaus. Ihr alle, an meiner Decke. So wenige wissen wie leid es mir tut. Die Entschuldigungen sind verjährt. Ich male euch grau in grau und ihr verblasst. Doch das Gewicht in mir bleibt. Ich höre euer Lachen verklingen. Ich schließe die AUgen und versinken in Träumen und Geschichten. Ich wünschte euch euer Glück. Ich konnte es nirgends finden.
Wie soll man etwas verschenken, was man nie hatte.
So kommt es nicht zurück.

16.2.12 22:58
 


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